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Dieses Artikel basiert auf die Wikipedia-Artikel Canis Canem edit. Bearbeiten


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Canis Canem Edit (lat. für „Hund frisst Hund“; sinngemäß „Fressen und gefressen werden“, „jeder ist sich selbst der Nächste“) ist der Name eines Videospieles des kanadischen Entwicklers Rockstar Vancouver für die PlayStation 2. Spätere Auflagen für andere Systeme tragen den Titel Bully: Die Ehrenrunde.

Eine angekündigte Version für die Xbox wurde nicht herausgebracht, weshalb das Spiel in Deutschland am 26. Oktober 2006 nur für die PlayStation 2 erschien. Am 19. Juli 2007 wurde eine überarbeitete Scholarship Edition („Stipendium-Edition“) des Spieles für Nintendos Wii und Microsofts Xbox 360 angekündigt, die am 7. März 2008 erschien. Am 24. Oktober 2008 erschien außerdem eine Windowsversion. Die Ehrenrunde bietet einige Neuerungen (z. B. weitere Schulfächer, Minispiele, optimierte Steuerung (Wii)), sowie eine verbesserte Computergrafik.

Der US-Anwalt Jack Bruce Thompson, der auch schon gegen Spiele wie Die Sims oder die GTA-Reihe vor Gericht zog, bemühte sich um ein Verbot des Spieles.

Handlungsrahmen Bearbeiten

In Canis Canem Edit schlüpft der Spieler in die Rolle des 15-jährigen Teenagers Jimmy Hopkins, der ein Schuljahr auf der „Bullworth Academy“ zu absolvieren hat. Wie in den artverwandten Spielen der GTA-Reihe sind eine Reihe von Missionen zu absolvieren.

Zunächst hat der Spieler den Anweisungen seines ersten Freundes Gary zu folgen. Dieser hat vor mit Jimmy die Schule zu erobern, aber nach einer gewissen Zeit wird er von ihm verraten, indem er den Schläger Russel auf ihn hetzt. Sobald der Spieler Russel besiegt und ihn damit gleichzeitig als Freund gewonnen hat, besteht die Gelegenheit sich auch mit weiteren Schülern anzufreunden. Dazwischen bleibt aber genug Zeit, die sehr detaillierte Umgebung des Campus und ein paar kleine Ortschaften zu erkunden, in denen diverse Zusatzaufgaben warten (u.a. Go-Kart sowie Fahrrad-Rennen oder Botengänge für bestimmte Personen, die sich durch ein blaues Kreuz auf der Karte auszeichnen).

Zweimal am Tag ist Schulunterricht (9 und 13 Uhr), dessen positiver Ausgang die Fähigkeiten des Protagonisten erweitern. Das Schwänzen dieses Unterrichts ist möglich, allerdings sollte Jimmy sich dabei nicht erwischen lassen (nach Abschluss der 5. Stufe eines Unterrichtfaches ist der Gang zum Unterricht nicht mehr Pflicht und wird folgend auch nicht mit "Schwänzen" geachtet). Der Aufenthalt im Schulhaus nach 19 Uhr ist ebenso verboten, wie das Nichteinhalten der Sperrstunde nach 23 Uhr. Verzichtet Jimmy auf seinen nächtlichen Schlaf, bricht er um zwei Uhr morgens bewusstlos zusammen und beim Erwachen könnten Teile seines Inventars entwendet worden sein.

Die Figur wird in der Dritte-Person-Ansicht gesteuert. Neben für das Genre üblichen Aktionen wie Rennen, Hüpfen, Schwimmen, Skateboard- und Radfahren, Gegenstände werfen und schießen mit der Schleuder sind in bestimmten Situationen spezielle Aktionen wie Flirten, Frieden schließen, etc. möglich.

Zwei Anzeigen weisen auf Jimmys Gesundheit und seinen „Kerbholz“-Grad hin: Erstere wird durch Essen und Trinken sowie Küssen ergänzt, wobei Küssen die Gesundheits-Anzeige um einen weiteren Balken, der sich über den ersten Balken legt, ergänzt; steigt letzteres zu sehr an, wird der Schüler verstärkt von Aufsichtspersonen, Vertrauensschülern, Lehrern oder Polizisten verfolgt. Dem kann er sich durch Verstecken oder Flucht entziehen, Gegenwehr beim Ertapptwerden ist möglich, aber nicht immer erfolgreich. Wenn man den Englisch-Unterricht erfolgreich absolviert hat, kann man sich für kleinere Vergehen bei Präfekten oder Polizisten entschuldigen, was aber auch nur bedingt möglich ist, abhängig vom Stand des "Kerbholz"-Grades und des Vergehens, welches der Spieler begangen hat.

Titel Bearbeiten

In Nordamerika trägt auch die ursprüngliche Fassung für PlayStation 2 den Titel Bully, was im Englischen soviel wie „Schläger“ oder „Tyrann“ bedeutet. Dieser Titel wurde für Veröffentlichungen außerhalb der nordamerikanischen Länder vermutlich deshalb geändert, weil er entweder harmloser klingt oder zusätzlich provozieren sollte. Offizielle Erklärungen zum Namenswechsel vonseiten des Publishers blieben aus, ebenso bei der erneuten Umbenennung im Zuge der Veröffentlichung der überarbeiteten Fassung Die Ehrenrunde.

Die Klage von Michael "Bully" Herbig Bearbeiten

Im Sommer 2008 klagte Schauspieler und Regisseur Michael „Bully“ Herbig erfolglos vor dem Münchner Landgericht gegen das Spiel. Aufgrund seines Spitznamens „Bully“, so auch der Titel des Spieles, befürchtete Herbig, er „könne mit einem Gewaltspiel in Verbindung gebracht werden“ und forderte den Verkaufsstopp, sowie eine Strafzahlung. Unbeachtet blieb dabei jedoch, dass es sich bei dem Begriff in erster Linie um eine gewöhnliche englische Vokabel handelt. Das Gericht entschied am 28. Oktober 2008, dass das Spiel nicht Herbigs Persönlichkeitsrechte verletzt.

Kritik Bearbeiten

Bereits während der Entwicklung wurde am Spiel kritisiert, dass es keinesfalls politisch korrekt sei. Der Alltag an der virtuellen Schule ist geprägt von Gemeinheiten bis hin zu groben Verstößen wie Körperverletzung, Diebstahl oder Einsteigen in den Mädchenschlafsaal.

Kurz nach der Veröffentlichung geriet das Spiel in den USA erneut in schlechten Ruf, nachdem bekannt geworden war, dass die Figur auch mit männlichen Kommilitonen flirten und diese sogar küssen kann.

Critify.de Wertung (Durchschnitt aller deutschen Magazine) : 78 (PC), 84 (360, Wii, PS2)